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Ralf am Probenzieher

Warum steht auf unseren Kaffeepackungen kein Röstdatum?

Eine Frage, die uns immer wieder begegnet. Und die Antwort hat viel mit unserer Art zu rösten zu tun.

Wer sich intensiver mit Kaffee beschäftigt, achtet häufig auf das Röstdatum. Schließlich möchte man möglichst frischen Kaffee genießen. Aber warum findet man auf unseren Kaffeepackungen kein solches Datum?

Dafür nehmen wir dich heute einmal mit hinter die Kulissen unserer Privatrösterei in Nidda.

Jede Bohne bekommt ihre eigene Röstung

In unserer Rösterei rösten wir unsere Kaffees grundsätzlich sortenrein. Das bedeutet: Jede Rohkaffeesorte wird einzeln in unserem Giesen-Trommelröster geröstet.

Warum machen wir das?

Ganz einfach: Nicht jede Kaffeebohne ist gleich. Herkunft, Größe, Dichte und weitere Eigenschaften beeinflussen, wie sich eine Bohne während der Röstung entwickelt.

Unser Röstmeister Ralf kann deshalb jede Sorte mit einem passenden Röstprofil veredeln.

Erst danach kommt der nächste Schritt: das Mischen.

Unsere Blends entstehen erst nach der Röstung

Viele unserer Kaffees und Espressi bestehen aus mehreren sorgfältig aufeinander abgestimmten Sorten.

Diese sogenannten Blends stellen wir erst nach dem Rösten zusammen. Dafür halten wir die verschiedenen sortenrein gerösteten Kaffees in unserer Rösterei bereit.

Und genau hier liegt die Antwort auf die Frage nach dem Röstdatum:

In einer einzigen Packung Kaffee können Bohnen enthalten sein, die an unterschiedlichen Tagen geröstet wurden.

Welches Datum sollten wir also auf die Verpackung schreiben? Das der ältesten Bohne? Das der jüngsten? Oder den Tag, an dem die Mischung entstanden ist?

Ein einzelnes Röstdatum würde unseren Herstellungsprozess nur unvollständig widerspiegeln.

Frisch geröstet heißt nicht unbedingt sofort genießen

Es gibt noch etwas, das viele Kaffeetrinker überrascht: Kaffee braucht nach der Röstung eine gewisse Ruhezeit.

Während des Röstens entsteht Kohlendioxid, das die Bohnen anschließend nach und nach wieder abgeben. Besonders bei Espresso kann eine zu kurze Ruhezeit die Zubereitung und den Geschmack beeinflussen.

Je nach Kaffee und Zubereitungsart können einige Tage oder auch eine längere Ruhezeit sinnvoll sein.

Der Kaffee mit dem jüngsten Röstdatum ist also nicht automatisch derjenige, der am besten schmeckt.

Was uns wichtiger ist als ein einzelnes Datum

Wir rösten in kleinen Chargen, achten auf die richtige Lagerung unserer Bohnen und stellen unsere Mischungen nach bewährten Rezepturen zusammen.

Auf unseren Verpackungen findest du das Mindesthaltbarkeitsdatum. Es gibt dir Orientierung darüber, bis wann der Kaffee bei sachgerechter Lagerung seine vorgesehenen Eigenschaften behalten soll.

Das genaue Röstdatum geben wir dagegen nicht an, weil es bei unseren Blends nicht immer nur ein einziges gibt.

Unser Fazit

Hinter einer guten Tasse Kaffee steckt mehr als ein Datum auf der Verpackung.

Es sind die Auswahl der Bohnen, die individuelle Röstung, die richtige Mischung und natürlich die Erfahrung unseres Röstmeisters, die den Unterschied machen.

Denn am Ende zählt für uns vor allem eines: dass dir dein Kaffee schmeckt.

Dein Team der Privatrösterei Philipp aus Nidda

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